Virtuoses Marketing im Handwerk

Am Dienstag, 10. November, trafen sich über 100 Unternehmer und Führungskräfte aus dem Metzgerhandwerk bei Hagesüd in Hemmingen. Sie erwarteten Antworten auf die drängendsten Fragen der Zukunft im Marketingbereich. Welche Trends sind für mich wichtig? Wie entwickle ich eine eigene Marke? Oder ist meine Metzgerei bereits eine Marke? Wie mache ich aus Kunden Fans? Welche Werkzeuge bietet mir das Internet und die Social Media Plattformen? Die Gute Nachricht: mit den Möglichkeiten, die uns die Sozialen Netzwerke und das digitale Zeitalter bieten, können auch Einzelpersonen und kleine Firmen eine Bekanntheit aufbauen, die früher nur für die großen Marken dieser Welt bezahlbar war. Gefragt ist dabei die Offenheit für Neues, Ideenreichtum und ein wenig Zeit, die jeder in seinen Tagesauflauf einplanen sollte. 

 

Sie sind eine Marke - ob Sie wollen oder nicht 

Hagesüd Marketing Leiter Klaus Gaumann gab einen Einblick in die Welt der Markenführung und des Marketing. Werbung ist nur ein Teil des Marketing. Es kommt auf viel mehr an. Wie entsteht ein Bild von einem Unternehmen, das die Menschen im Kopf behalten? Werte, Formen, Klarheit, Einheitlichkeit, Ausdauer - so wurde aus Porsche, Audi, BMW, Mercedes oder Coca Cola das, was sie heute sind. Es reicht die Kontur eines 911er zu zeigen und jeder weiß, um welche Marke es geht. Es reicht den Stern von Mercedes zu zeigen und jeder verbindet damit Sicherheit und Status. Es reicht eine Coca Cola Flasche ohne Logo zu zeigen und jeder weiß, worum es geht. Da steckt natürlich auch viel Geld dahinter und so manch einer dachte: „Das geht bei Konzernen, aber doch nicht in meinem inhabergeführten Unternehmen“. Klaus Gaumanns Aussage war jedoch: Die Spielregeln für gutes Marketing lassen sich wirksam anwenden. Sowohl beim kleinen Unternehmen als auch bei der großen Aktiengesellschaft - alle arbeiten nach den gleichen Regeln. Es geht heute gar nicht mehr so um Budgets - das zeigte dann Internet-Marketing Experte Sanjay Sauldie in den nun folgenden drei Stunden. 

 

Ein Feuerwerk von Impulsen aus der Praxis - die digitale Welt in einfachen Worten 

Sanjay Sauldie erläuterte in einfachen Worten die Welt der sozialen Netzwerke und des Internets. Er zeigte anhand von anschaulichen Praxisbeispielen, wie man Facebook für sein Unternehmen nutzt und worauf es bei der eigenen Website ankommt. Kernbotschaft war: Es geht ums große Ganze - sprach man früher von einer Online-Strategie, Print-Strategie, PR-Strategie, POS-Strategie - geht heute alles ineinander über. Es geht darum, aus Kunden Fans zumachen und die Daten und Informationen, die sie uns geben - zum Nutzen des Kunden - ,in der Kommunikation geschickt zu verwenden. Dabei packt man die Menschen am besten bei ihren Ur-Instinkten - denn die Steinzeit ist so lange noch nicht her: Die Menschen wollen Aufmerksamkeit, Anerkennung und auch einmal - und sei es nur für wenige Sekunden - ein Star sein. Da reicht schon oft nur ein „Gefällt mir“, um die Menschen glücklich zu machen und um einen „digitalen“ Beifallssturm zu entfachen. Das Faszinierende - es geht hier nicht ums große Budget. Facebook ist kostenlos, ein eigener Word-Pressblog oder eine auf einem Redaktionssystem basierende Seite ist schnell eingerichtet. Technik ist heute vorhanden und oft frei verfügbar. Worauf es ankommt, sind eigene, für die „Wunschkunden“ wichtige, interessante, spannende und unterhaltsame Inhalte. 

 

Inhalte finden und richtig aufbereiten und verbreiten 

Burrenschinken, Barriqueschinken, Black-Print Schinken, Valluga Speck, Nürtinger Edelfleisch, Oberpfälzer Rindfleisch, besondere Erlebnisse im Laden - es gibt sie, die guten Beispiele aus dem Metzgerhandwerk. Christian Böhm von der auf das Metzgerhandwerk spezialisierten Agentur Böhm + Partner zeigte einen bunten Strauß an Beispielen, wie sich eigene Inhalte finden und verbreiten lassen. Auch ein eigener Online Shop ist heute kein Hexenwerk mehr. Hier kommt es ebenfalls weniger auf Technik als vielmehr um eine klare Aussage und besondere Inhalte an. All das muss eingebunden sein in den eigenen Webauftritt, das Marketing im Laden oder in der Zeitung, der Arbeit in den sozialen Netzwerken und bei Druckprodukten. Wichtig ist: Die Fachleute, welche die verschiedenen Disziplinen beherrschen, müssen miteinander reden - denn wenn jeder, wenn auch gut gemeint, sein eigenes Ding macht, verpufft viel Energie und Chancen werden vergeben. An einer Stelle müssen die Fäden zusammenlaufen - sei es beim Chef, beim eigenen Marketingverantwortlichen oder eben bei dem Dienstleister Ihres Vertrauens. So entsteht ein klares Bild von Ihrem Unternehmen in den Köpfen der Menschen. Welche Farben, Formen oder Aussagen verbinden die Menschen mit Ihrer Metzgerei? Ein klares Bild gibt Orientierung und Sicherheit und genau das suchen die Menschen mehr denn je - auch in den sozialen Netzwerken.